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Aktuelles


Loslassen, um festzuhalten was wirklich zählt.

Liebe Menschen aus unserem wunderbaren Netzwerk. Liebe Interessierte, Freund*innen, Partner*innen, Verbündete,….

Wir haben uns als Verein und Projektgruppe dazu entschieden, die Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim unter Teck nicht weiter fortzuführen.

Nach viel Arbeit, Liebe und Entwicklung stehen wir an einem Punkt, an dem wir nicht mehr weiter kommen. Das ist sehr bedauerlich und traurig und kein Schritt, der uns leicht gefallen ist. Und dennoch konnten wir diese Entscheidung mit viel Klarheit treffen. Zu unseren Beweggründen haben wir eine ausführliche Stellungnahme formuliert.

Es ist uns wichtig, unsere Erfahrungen auch für Andere nachvollziehbar und nutzbar zu machen. Unser Projekt ist in Kirchheim unter Teck nicht umsetzbar, wir konnten aber unendlich viel lernen und tragen Visionen, Ideen und konkrete Konzeptansätze weiter mit uns.

Wir möchten euch danken für das große Interesse, das bis heute nicht abflacht… Die Unterstützung und die großartige Zusammenarbeit… Die vielen Begegnungen und den inspirierenden Austausch.

Danke für alles!

Die Mitglieder des Vereins
Gemeinsam Kleiner Leben e.V.

Stellungnahme

Warum wir unser Wohnprojekt in Kirchheim unter Teck beenden

Vor mehr als vier Jahren haben wir uns als Initiativgruppe auf den Weg gemacht, eine neue Form des Zusammenlebens zu verwirklichen: ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit 15 kleinen Wohneinheiten, ökologischen Baustandards, einem Gemeinschaftshaus und einer vielfältigen Bewohnerschaft. Unser Ziel war es, qualitativ hochwertigen Wohnraum flächensparend, ressourcenschonend und solidarisch zu gestalten. Gemeinsam mit der Stadt Kirchheim unter Teck wollten wir diese Vision zu einem realen Lebensraum werden lassen.

In den vergangenen Jahren haben wir viel Zeit, Energie und persönliches Engagement investiert. Wir erarbeiteten Konzepte, definierten Rahmenbedingungen, durchliefen Planungsprozesse und führten zahlreiche Gespräche mit der Stadtverwaltung sowie weiteren am Projekt Beteiligten und Interessierten. Aus einer Idee wurde ein konkretes Vorhaben, an dessen Entwicklung viele Menschen mitgewirkt haben.

Umso schwerer fällt die Erkenntnis, dass unser Weg nicht zum Ziel führen wird. Nach ausführlicher Beratung und sorgfältiger Abwägung innerhalb der Gruppe haben wir entschieden, unser Projekt in Kirchheim unter Teck nicht fortzuführen.

Wir möchten erläutern, wie es zu dieser Entscheidung kam – und warum sich darin nicht nur das Scheitern einer Initiative zeigt, sondern auch die Schwierigkeit, neue Wohnformen innerhalb bestehender Strukturen zu verwirklichen.

Bezahlbares Wohnen unter schwierigen Bedingungen

Eine wesentliche Herausforderung waren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das vorgesehene Grundstück sollte gepachtet und nicht erworben werden – ein Umstand, den wir zunächst positiv bewerteten. Denn warum sollte man ein Grundstück unbedingt besitzen, um darauf gemeinschaftlich zu leben? Im Verlauf des Projekts zeigte sich jedoch, dass Eigentum eine wichtige Grundlage für die langfristige Finanzierung eines solchen Vorhabens darstellt.

Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten, hohe Zinsen und kurze Kreditlaufzeiten führten zu erheblichen monatlichen Belastungen und finanziellen Risiken. Hinzu kam, dass viele Banken bei einem Bauvorhaben auf gepachtetem Grundstück zurückhaltend sind oder eine Kreditvergabe direkt ausschließen.

All diese Punkte stehen unserem Ziel entgegen, bezahlbaren Lebensraum für eine diverse Bewohner*innenschaft zu realisieren. Gerade alleinstehende Menschen und Familien, für die gemeinschaftliches Leben besonders wertvoll wäre, können hohe finanzielle Belastungen oft nur schwer tragen. Die angestrebte soziale und generationenübergreifende Durchmischung wurde dadurch erheblich erschwert.

Hinzu kommen die generell hohen Baupreise, die durch globale Krisen, Lieferengpässe und wirtschaftliche Unsicherheiten in den vergangenen Jahren nochmals deutlich gestiegen sind. Ökologische Materialien und hohe Qualitätsstandards, etwa im Hinblick auf zirkuläres Bauen, sind langfristig sinnvoll und ein wichtiger Bestandteil unseres Konzepts. Sie erfordern jedoch in vielen Fällen eine höhere Anfangsinvestition.

Zwischen notwendiger Flexibilität und Verwaltungsprozessen

Ein Projekt dieser Größenordnung braucht strukturierte Abläufe, klare Zuständigkeiten und verbindliche Entscheidungen. Bebauungsplanverfahren, politische Beschlüsse, öffentliche Ausschreibungen und weitere kommunale Prozesse sind wichtige Bestandteile. Ihre Notwendigkeit stellen wir nicht grundsätzlich infrage.

Schwierig war für uns jedoch, dass wenig Spielraum für Veränderungen und pragmatische Lösungen vorhanden war. Als sich unsererseits die Zahl der aktiv Beteiligten aus verschiedenen, teils persönlichen Gründen verringerte, schlugen wir eine abschnittsweise Umsetzung mit zeitnahem Start in halber Gruppengröße vor. Dabei hätten wir uns eine aktivere gemeinsame Anpassung des Konzepts bzw. der Rahmenbedingungen gewünscht. Stattdessen entstand bei uns der Eindruck, dass sehr fest an bestehenden Abläufen und Anforderungen festgehalten wurde.

Auch die Kommunikation gestaltete sich zunehmend schwieriger. Längere Phasen ohne erkennbaren Fortschritt, ungeklärte Zuständigkeiten und fehlende Transparenz seitens der Stadtverwaltung erschwerten unsere Arbeit und das Vorankommen des Projekts. Die unsichere Situation der vergangenen Monate kostete uns viel Kraft und machte es schwierig, neue Interessierte zu gewinnen und in die Gruppe aufzunehmen. Viele hatten das nachvollziehbare Bedürfnis nach konkreten Informationen und Sicherheit, die wir leider nicht geben konnten.

Ein wichtiger Faktor war für uns auch der wahrgenommene Wandel in der Zusammenarbeit: Wir hatten immer weniger das Gefühl, ein gemeinsames Vorhaben partnerschaftlich umzusetzen. Statt verbleibende Unsicherheiten gemeinsam anzugehen, stand zunehmend die Forderung nach größtmöglicher Absicherung im Vordergrund. Wir vermissten Vertrauen in unser Konzept und die Bereitschaft, sich auf ein ungewöhnliches Vorhaben wirklich einzulassen.

Selbstverständlich muss eine Kommune Risiken abwägen und verantwortungsvoll handeln. Ein innovatives Wohnprojekt wie unseres, für das es in dieser Form bislang kaum Vorbilder gibt, lässt sich allerdings nicht vollständig im Voraus absichern. Es braucht auch aufseiten des kommunalen Partners die Bereitschaft, eventuelle Spielräume zu nutzen, neue Wege zu erproben und mutige Entscheidungen zu treffen.

Wohnraumreduktion und die Grenzen der Vielfalt

Auch baurechtliche und planerische Vorgaben schränkten die Möglichkeiten des Projekts ein. Die privaten Wohnhäuser wurden seitens der Stadt auf 65 m² Bruttogrundfläche begrenzt, woraus sich ungefähr 52 m² Wohnfläche ergaben. Insbesondere für Familien mit mehr als einem Kind stellte dies eine enorme Herausforderung für die alltagstaugliche und lebensnahe Gestaltung des eigenen Wohnraums dar.

Der von uns selbst entwickelte Schlüssel zur Größe des privaten Wohnraums wurde auch von der Stadt ausdrücklich gewünscht. Er war jedoch für einige Interessierte ein Hindernis, die sich zwar ein Leben in Gemeinschaft wünschten, sich eine so starke Reduktion ihrer Wohnfläche allerdings nicht vorstellen konnten.

In Kombination mit den beschriebenen finanziellen Bedingungen erwies es sich als schwierig, die angestrebte Zusammensetzung der Bewohnerschaft zu erreichen. Menschen unterschiedlichen Alters, in verschiedenen Lebenssituationen und -konstellationen sowie mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten müssen sich ein Leben im Projekt nicht nur vorstellen, sondern es sich auch realistisch leisten können.

Eigene Ansprüche und begrenzte Kapazitäten

Wir wollen die Ursachen für das Ende unseres Projekts in Kirchheim unter Teck nicht ausschließlich bei den äußeren Umständen suchen. Auch unsere eigenen Ansprüche und begrenzten Möglichkeiten gehören zu einer ehrlichen Bilanz.

Unser Ziel war es, möglichst viele Schritte der Planung und Umsetzung selbst zu übernehmen. Dahinter standen die Überzeugung, dass gemeinschaftliches Wohnen bereits im Entstehungsprozess beginnt, aber auch die Notwendigkeit Kosten zu reduzieren. Unsere Gruppe verfügt über vielfältige Kompetenzen in den benötigten Fachgebieten, jedoch ist ein solches Vorgehen mit einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand für die betreffenden Personen verbunden.

In den vergangenen Monaten konzentrierte sich immer mehr Verantwortung in der schrumpfenden Kerngruppe. Die Begleitung neuer Interessierter, interne Abstimmungen und komplexe Planungsfragen erforderten erhebliche Kapazitäten – zusätzlich zu unseren beruflichen und familiären Verpflichtungen. Gleichzeitig blieben zentrale Rahmenbedingungen lange ungeklärt. Es wurde zunehmend schwieriger, neue Menschen dauerhaft einzubinden und die notwendige Energie für alle Aufgaben aufzubringen.

Rückblickend fragen wir uns, ob wir Arbeitspakete früher oder in größerem Umfang hätten abgeben oder unseren Anspruch an die interne Mitgestaltung hätten verändern müssen. Eine eindeutige Antwort darauf haben wir nicht. Klar ist jedoch, dass auch solche Veränderungen Zeit und Kraft innerhalb der Gruppe erfordert und zusätzliche Kosten verursacht hätten.

Eine gute Idee zur falschen Zeit?

Steigende Kosten, internationale Konflikte sowie eine angespannte wirtschaftliche Lage haben die vergangenen Jahre geprägt und die gesellschaftliche Verunsicherung verstärkt. Vielleicht haben wir ein günstiges Zeitfenster für unser Projekt verpasst. Gleichzeitig fragen wir uns, ob nicht gerade die gegenwärtigen Herausforderungen ungewöhnliche und mutige Antworten auf die Frage verlangen, wie wir künftig wohnen und zusammenleben wollen.

Ökologische Verantwortung, bezahlbarer Wohnraum und soziale Gemeinschaft sind keine überholten Ideen. Angesichts knapper Ressourcen, steigender Lebenshaltungskosten und zunehmender Vereinsamung gewinnen sie stattdessen an Bedeutung. Dass ihre Umsetzung unter den aktuellen Bedingungen und in bestehenden Strukturen so schwierig ist, sollte daher nicht nur als Problem einzelner Initiativen verstanden werden.

Wir bedauern sehr, dass aus der langjährigen Zusammenarbeit mit der Stadt Kirchheim unter Teck und den vielen weiteren Beteiligten kein tatsächliches Wohnprojekt entstanden ist. Unsere Vision bleibt bestehen, auch wenn wir sie an diesem Ort nicht verwirklichen können. Unser Dank gilt allen Menschen und Institutionen, die uns auf diesem Weg begleitet, unterstützt und sich mit eigenen Ideen und viel Engagement eingebracht haben.

Was bleibt?

Das Ende unserer „Siedlung“ auf der Ötlinger Halde bedeutet nicht, dass wir die Idee des gemeinschaftlichen, ökologischen und sozial verantwortlichen Zusammenlebens aufgeben. Es bedeutet vielmehr, dass wir die Grenzen unserer Möglichkeiten anerkennen müssen – und dass gute Ideen neben engagierten Menschen auch Rahmenbedingungen brauchen, die ihre Umsetzung ermöglichen.

Wir hoffen, dass die Erkenntnisse aus unserem Projekt dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und zivilgesellschaftlichen Initiativen weiterzuentwickeln und bessere Voraussetzungen für die Realisierung gemeinschaftlicher Wohnprojekte zu schaffen.

Uns bleibt die Erfahrung, gemeinsam neue Wege erprobt zu haben – und die Überzeugung, dass es sich lohnt, Räume für andere Formen des Entscheidens, Begegnens und Zusammenlebens zu schaffen. Ob sich an einem anderen Ort oder gemeinsam mit neuen Partnern Möglichkeiten für die Umsetzung unseres Konzepts ergeben, bleibt zu diesem Zeitpunkt offen.

Die Mitglieder des Vereins
Gemeinsam Kleiner Leben e.V.

Über Uns


Gruppe

Anfang 2022 bildete sich die Initiative „Tiny unter Teck“ mit dem Ziel, gemeinsam mit der Stadt Kirchheim u. T. die Entwicklung einer Tiny House Siedlung im Stadtteil Ötlingen voranzubringen.

Mitte 2024 erfolgte die Gründung des Vereins Gemeinsam Kleiner Leben e.V. Im September 2024 erhielt der Verein nach erfolgreicher Bewerbung im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung den offiziellen Zuschlag zur Pacht des Grundstücks und zur Umsetzung des Projekts.

Aktuell besteht der Verein aus 10 aktiven Mitgliedern, die die weitere Planung und Realisierung des Vorhabens im Rahmen regelmäßiger Treffen intensiv bearbeiten. Die Basis dafür bildet ein wertschätzender und offener Umgang miteinander. Toleranz, Vertrauen, Respekt und Verlässlichkeit sind für uns grundlegende Werte.

Das klingt interessant?


Wir sind momentan auf der Suche nach weiteren Menschen bzw. Mitgliedern, die gemeinsam mit uns in der Siedlung leben und sich aktiv einbringen möchten.

Ziele


Das Projekt


Auf einer Pachtfläche der Stadt Kirchheim u. Teck plant und realisiert der Verein Gemeinsam Kleiner Leben e.V. ein gemeinschaftliches Wohnprojekt.

Entstehen soll ein Quartier aus 15 kleinen Häusern (jeweils ca. 30-50 m² Wohnfläche, je nach Anzahl der Bewohnenden, Kleinwohnformen auf Punktfundamenten) sowie einem Gemeinschaftshaus und gemeinschaftlichen Grünanlagen.






gesamtplan

Die Siedlung (Vorentwurf)

  • zwei Zugänge
  • Grünfläche zur Bestandssiedlung
  • Autofreie Fläche
  • Anger / grüne Mitte
  • zwei Höfe (Nord/Süd)
  • zentrales Gemeinschaftshaus
  • gemeinsamer Nutzgarten
  • Werkstatt / Geräteschuppen
  • 15 individuelle Häuser
  • Kfz-Stellplätze
  • Stellplätze für Fahrräder
  • Stellplätze für Mülltonnen




Wohneinheiten

  • kleine, unterschiedliche (Mini-) Häuser
  • jedes Haus ist auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst und hat idR. eine eigene Küche, Bad, Wohn- und Schlafeinheit

Gemeinschaftshaus

  • großer Tisch + Gemeinschaftsküche
  • Zentrum / Herz der Siedlung
  • sozialer Treffpunkt zum Zusammenkommen
  • ggf. Ausweichfläche zum Arbeiten

Coworking-Space

  • Rückzugsmöglichkeit zum Arbeiten
  • Home Office nicht zwingend im Tiny House
  • Teilen von Arbeitsmaterialien und -flächen

Werkstatt

  • Basteln, Schreinern, Lagern
  • Sammeln und Teilen von Werkzeugen /li>
  • Raum für Kreativität

Gästezimmer

  • Unterbringung von Gästen in der Siedlung

Shared Mobility

  • E-Autos, E-Bikes, E-Roller ...
  • das Gelände bleibt autofrei
  • Nutzung von Solarstrom

Waschküche

  • Teilen von Waschmaschinen & Trockenraum
  • Betrieb mit Solarenergie?
  • kein Platz hierfür in Tiny Houses nötig

Garten / Gemeinschaftsfläche

  • Permakultur, selbst anbauen
  • Ansatz Selbstversorgung
  • Nutztierhaltung (z.B. Hühner)

Spielorte / Kinderbetreuung

  • Spielmöglichkeiten für Alle, Naturspielplätze
  • Sharing von Spielgeräten
  • Hausaufgaben-Betreuung, Ferienprogramm...


Kontakt


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— als Bewohner*in, Förder*in, Sponsor*in, Kooperationspartner*in



Kontaktieren Sie uns unter

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